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Heute vor 8 Jahren haben Eric Harris und Dylan Klebold an der Columbine High School in Colorado (nahe Littleton) 12 Schüler, einen Lehrer und sich selbst erschossen. Ich habe bereits mehrfach auf meine These von Columbine als der Urkatastrophe der modernen Schulmassaker hingewiesen, möchte dies aber aus gegebenem Anlass noch einmal tun:
Die meisten Schulmassaker nach 1999 ähneln sich dem von Columbine sehr stark. Die Täter glichen sich in ihrem Selbstverständnis als Opfer der Gesellschaft, genauso wie in ihrem Auftreten, ihrer Tatdurchführung und ihrem streben nach postmortaler medialer Präsenz. Viele der Täter verehrten Harris und Klebold als Helden und betrachteten sie als Märtyrer. Robert S., der in einem erfurter Gymnasium 2002 ein Blutbad anrichtete, war von der Tat in Columbine fasziniert. Sebastian B., der letztes Jahr in einer Schule in Emsdetten um sich schoss und damit eine wochenlange, sinnlose Debatte über Computerspiele auslöste, verehrte Eric Harris und schrieb in sein Tagebuch „ERIC HARRIS IST GOTT“.
Auch das jüngste Massaker an der Virginia Tech Universität in den USA zeigt Parallelen zu Littleton und auch hier verstand sich der Täter in der Tradition von Harris und Klebold, die er als Märtyrer bezeichnete. Wie beispielsweise in diesem amerikanischen Zeitungsbericht beschrieben wird, können es die Columbine-Überlebenden selbst kaum fassen, wie sehr die Hinterlassenschaften des Virginia-Täters, denen von Harris und Klebold gleichen.
Um Eric Harris und Dylan Klebold ist bei jungen Außenseiter ein regelrechter Kult entstanden, der sich in Foren, Blogs und vor allem auch auf Videowebseiten wie Youtube Ausdruck verleiht. Dort gibt es dutzenden Tributvideos, in denen Klebold und Harris verehrt werden. Dass die Gefahr weiterer Amokläufe vor allem in der Kombination aus Außenseitertum und Nachahmung besteht, liegt auf der Hand. Allerdings ist es fraglich, ob dies in absehbarer Zeit auch dem politischen und medialen Mainstream klar wird, der nach jeder neuen Tat lieber alte Streitereien um Verbote von Computerspielen, Videos und Waffen aufwärmt.
2 Kommentare bis jetzt
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Ich lache mich immer schlapp wenn ich diese Schultragödien im Zusammenhang mit „Killerspielen“ höre. Mal statistisch gesehen ist es in der heutigen Zeit relativ schwer einen Jugendlichen zu finden (insbesondere einen Aussenseiter), der keine Killerspiele spielt. In meinem Bekanntenkreis spielen ca. 90% der Jungen wenigstens ab und zu Killerspiele. Und keiner von denen ist irgendwie übermäßig agressiv.
mfg Infernus (begeisterter Counterstrike spieler)
Kommentar von Infernus August 15, 2007 @ 6:22Dem stimme ich zu. Es mag sein, dass bei psychisch gestörten Menschen Killerspiele gewisse Neigungen ausprägen können, dafür reicht aber auch schon das brutale TV, oder die Gewalt in Schulen.
Kommentar von Games-4-all Oktober 14, 2007 @ 12:01Man sollte das Problem doch bei der Wurzel packen, und der Amokläufer aus Emdetten ist da beste Beispiel, in seinen Blogeinträgen und Briefen wurde klar, dass er verzweifelt Hilfe gesucht hat, und ihm niemand geholfen hat.